Weber & Deschle

Ges. für Umweltbiologie

 

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Hintergrundfoto:

Eichenprozessionsspinner

Raupen (4.Larven)

Kriebelmücken (Simuliidae)

Die Schäden:

Schaderregende Kriebelmücken (Simuliidae – Black Flies) verursachen in Mitteleuropa Jahr für Jahr ernsthafte Infektionen bei Menschen und Tieren.

 

Schlimmste Weidetierschäden wurden aus dem Raum Kolumbatsch (ehem. Jugoslawien) bekannt, wo im Jahr 1923 ca. 19.000 Weidetiere an den Stichen der „Kolumbatscher Mücke“ (Simulium colombaschense) verendeten. In Deutschland fielen den Kriebelmücken bereits in den Jahren 1911 und 1914 bis 1918 im Aller-Leine-Gebiet nachweislich mehrere hundert Rinder zum Opfer. Seither werden immer wieder neue Personen- und Weidetierschäden registriert, die sich auf nahezu alle Regionen Deutschlands verteilen.

 

Seit Anfang der 1980er Jahre hat die Zahl der durch Kriebelmücken verursachten Schäden wieder stark zugenommen. Massive Schäden mit Tierverlusten werden insbesondere aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen gemeldet.

 

 

Die persönlichen Auswirkungen:

In Deutschland treten vor allem die Kriebelmücken-Arten Simulium equinum, S. erythrocephalum, S. lineatum, S. ornatum, S. reptans und S. trifasciatum als Schaderreger in Erscheinung. Beim Stich dieser Mücken dringt toxisches Speichelsekret in die Wunde ein und verursacht die typischen Krankheits-Symptome wie Fieber, Schmerzen, Blutungen, Ödeme (Schwellungen), Lymphangitiden (Lymphgefäßentzündungen) und Septikämien (Blutvergiftungen). Viele Personen müssen über Tage hinweg ärztlich behandelt werden, zum Teil auch stationär. Hinzu kommt die starke Belästigung durch den Massenanflug der stechbereiten Mücken.

 

Weide- und Haustiere können nach Stichen zahlreicher Mücken innerhalb wenigen Stunden an Kreislaufversagen und inneren Blutungen verenden. Auch weniger stark gestochene Tiere werden nachhaltig beeinträchtigt. Verzögerte Entwicklung, Anfälligkeit gegenüber Krankheiten, Abmagerung und verringerte Milchleistung sind die häufigsten Folgen der Simuliotoxikose.

 

 

Die Abhilfe:

Das von DESCHLE und Kollegen (1988a, b) im Rahmen eines mehrjährigen Forschungsprojektes der Universität Tübingen für mitteleuropäische Bedingungen entwickelte Kontroll- und biologische Bekämpfungsverfahren der schaderregenden Kriebelmücken erwies sich als hoch effektiv. Es wurde in Deutschland u. a. bei den Kriebelmückenplagen in den Illerauen bei Dietenheim (Alb-Donau-Kreis und Landkreis Biberach), den Gemeinden Abstatt, Flein, Ilsfeld, Neckarwestheim, Talheim und Untergruppenbach (Kreis Heilbronn) und in den Landkreisen Düren, Heinsberg und Mettmann mit Erfolg durchgeführt.

 

Hierbei werden zur Bekämpfung der akuten Kriebelmückenplagen insbesondere Proteine des sporenbildenden Bakteriums Bacillus thuringiensis var. israelensis (Bti) eingesetzt. Diese auf natürliche Weise gewonnenen Eiweiße wirken hochspezifisch gegen die Larven der Kriebelmücken. Die Effektivität und Umweltverträglichkeit des Bti-Verfahrens ist seit Jahren erwiesen und international anerkannt (u. a. DESCHLE 1989, DESCHLE & WEBER 1988, LACEY & MULLA 1990, RISHIKESH et al. 1983, WORLD HEALTH ORGANIZATION 1982).

 

Zur langfristigen und dauerhaften Vermeidung von Kriebelmückenplagen kommen ebenfalls spezifische, auf das jeweilige Schadgebiet und die Schadsituation abgestimmte Maßnahmen zum Einsatz.

 

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